Wie alles begann

Es war einmal, so beginnen auf unserer Erde die Märchen, aber die Geschichte, die ich Euch heute erzählen werde, ereignete sich nicht auf der Erde, sondern auf dem fernen Planeten Medusa im Sternbild der funkelnden Mediaten, viele Lichtjahre entfernt von der Erde.

Nun fragt Ihr Euch sicher, wie ich von dieser Geschichte Kenntnis erlangen konnte. Es war in der Tat ein seltsames Ereignis, das ich in dunkler Nacht, an meinem Computer sitzend, erlebte. Aber vielleicht war es auch ein Traum und es schien mir nur alles so real. Wie dem auch sei, es war ein einzigartiges Erlebnis.

Ich saß also an meinem Computer und surfte durchs Netz, schaute mir Weltraumbilder an, die von der NASA mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen worden waren, als ich auf einmal ein seltsames Flackern in einem der Bilder bemerkte. Es waberte hin und her und ganz langsam öffnete sich ein dunkles Loch inmitten des Bildes. Aus der Tiefe dieses Loches erklang ein Zischen, und wie von Geisterhand bewegt landete ein kleiner Metallbehälter in Form  einer Zigarre auf meinem Schreibtisch. Im selben Moment war das dunkle Loch im Bild verschwunden und es sah wieder ganz normal aus.

Verdutzt befühlte ich zunächst den Bildschirm meines Computers, um zu sehen, ob er ein Loch hätte, aber er war ganz und gar geschlossen, als wäre nichts gewesen. Dann schaute ich mir skeptisch diesen Metallbehälter an, jedoch zunächst ohne ihn zu berühren. Er war aus einem makellosen, matt silbern glänzenden Metall. In der Mitte befand sich rund herum ein schwarzer Ring. Etwas Magisches ging von ihm aus und meine rechte Hand wollte, wie von Geisterhand geführt, danach greifen. Doch bevor ich ihn berühren konnte, sprang er im Bereich des schwarzen Ringes auseinander und heraus fiel eine Art Schriftrolle, übersät mit mir unbekannten Schriftzeichen.

Nun war meine Neugierde vollends geweckt und ich griff nach dieser kleinen Schriftrolle, um sie zu entrollen. In dem Moment, in dem ich sie berührte, durchzuckte mich ein leichter Stromschlag und erschreckt zog ich meine Hand zurück. Jedoch war es mir so, als hätten sich die Buchstaben auf der Schriftrolle bei meiner Berührung verändert und so berührte ich sie abermals. Wieder erhielt ich einen leichten Stromschlag, aber diesmal behielt ich die Rolle in der Hand und vor meinen Augen begann sie sich von selbst zu entrollen. Die mir bisher unbekannten Buchstaben veränderten sich und ich konnte nun lesen, was dort geschrieben stand.

Helft uns, stand dort in großen Buchstaben geschrieben. Die künftige Erbin und Hüterin Medusas braucht Hilfe und nur ein Erdling kann ihr helfen, sonst geht Medusa unter.

Und so erfuhr ich die Geschichte von Medusas Erben.


Verstrickungen

Auf  Medusa gab es drei Königreiche. Zwei von ihnen lagen seit jeher immer wieder einmal im Krieg miteinander und das dritte Königreich, Drakondris, kümmerte sich nicht um die Belange der beiden anderen, denn es war das Königreich der Drachen und gegen die Drachen traute sich keiner der beiden anderen Könige in den Krieg zu ziehen.

Im Königreich Medizinien regierte der alte und weise König Meditus der Erste mit seiner Gattin Meditania. Beide hatten im Laufe ihrer Regentschaft für reichlich Nachwuchs gesorgt und so konnten sie sich an einer ganzen Schar von Söhnen und Töchtern erfreuen. Unter all den Kindern befand sich nun eine ganz außergewöhnliche Tochter, der schon bei der Geburt von dem alten Zauberer Terranion prophezeit wurde, dass sie dereinst eine Erbin und Hüterin Medusas sein würde. So lag das Augenmerk des Königspaares besonders auf dieser einen Tochter, der sie den Namen Medianna gaben.

Medianna wuchs zu einer intelligenten, einfühlsamen, aber vom Aussehen her eher wenig attraktiven jungen Frau heran, die vom Zauberer Terranion auf ihre Bestimmung vorbereitet wurde.

Nun gab es aber noch ein weiteres Königreich, nämlich das Königreich Perestrikon mit dem Medizinien immer wieder einmal im Krieg lag und von dem eine echte Bedrohung für Medianna als künftige Erbin und Hüterin von Medusa ausging.

In Perestrikon herrschte König Peraldiko der Grausame. Er hatte es nur zu einem einzigen Sohn gebracht, weil er seine Frauen in seiner Grausamkeit übelst behandelt hat und somit keine von ihnen mehr am Leben war. So gab es also nur den Thronerben Peristaltiko, der im Volke als der Durchtriebene bekannt war.

Eben jener Peristaltiko befand sich nun im besten Mannesalter und begehrte Medianna aus dem Königreich Medizinien zur Frau. Er wusste um ihre Bestimmung und hoffte, auf diese Weise dereinst die Herrschaft über ganz Medusa erlangen zu können. Da Medianna sein Ansinnen aber ablehnte, entführte Peristaltiko der Durchtriebene sie kurzerhand und verschleppte sie nach Perestrikon, um sie zu einer Heirat zu zwingen. Medianna aber hatte magische Fähigkeiten, von denen selbst ihre Eltern nichts wussten und die sie auch nicht gutgeheißen hätten. In einem unbeobachteten Augenblick verwandelte sie sich in einen Drachen und floh nach Drakondris, wo weder Peristaltiko, noch ihr Vater Meditus sie vermuteten.

Die Drachen nahmen Medianna auf und gewährten ihr Schutz, jedoch musste sie ihre Drachengestalt behalten und durfte Drakondris nicht eher wieder verlassen, als nicht ein Mann von Terra nach Medusa gekommen war, um den Drachen bei der Erfüllung einer existenziell wichtigen Aufgabe zu helfen.

Nachdem König Meditus der Erste und seine Gattin Meditania ihre Tochter lange hatten suchen lassen, und auch Peristaltiko nicht untätig war, fand der alte Zauberer Terranion, ein Wanderer zwischen den Welten, sie endlich im Königreich der Drachen. Er hörte sich die Bedingung der Drachen an, unter der sie bereit waren, Medianna die Heimreise in ihrer eigentlichen Gestalt zu gestatten und begab sich sofort in den Drachenturm zu dem dort aufbewahrten sehenden Stein Habäll.

Habäll war vor vielen, vielen Jahrhunderten vom Himmel gefallen und dort, wo er Medusa traf, wurde für ihn ein Turm errichten, denn Habäll war einzigartig. Er konnte in die unendlichen Weiten des Alls schauen und dafür sorgen, dass Botschaften zu bestimmten Planeten gesendet wurden. Er konnte Wurmlöcher entstehen lassen, durch die metallene zigarrenförmige Behälter mit Schriftrollen befördert werden konnten. Und genau das tat der Zauberer Terranion nun. Er bestückte einen Transportbehälter mit einer zuvor beschrifteten Rolle und schickte sie mit Hilfe von Habäll auf den Weg nach Terra.


Der Hilferuf

Ja und hier lag sie nun, bei mir auf dem Schreibtisch, diese Schriftrolle und ich konnte zusehen, welchen Mann ich dafür begeistern könnte, sich auf die Reise nach Medusa zu begeben, um sich dort in ein Abenteuer mit Drachen, Perestrikern und Mediziniern zu stürzen.

So war ich erst einmal ratlos und meine Gedanken fuhren mit mir Achterbahn. Selbst dann, wenn ich einen Erdenmann finden würde, hätte ich keine Ahnung gehabt, wie er nach Medusa kommen könnte.

Ich saß vor meinem Computer, starrte auf die Hubble-Weltraumbilder und grübelte nach. Und plötzlich durchzuckte es mich wie bei einem Blitzschlag. Natürlich, nur so würde es gehen.

Ich öffnete eines meiner Bildbearbeitungsprogramme und bastelte mit seiner Hilfe eine Abbildung des Planeten Medusa mit seinen drei Königreichen. Inmitten von Drakondris ließ ich den Drachenturm  entstehen, in dem der sehende Stein Habäll aufbewahrt wurde.

Dann schloss ich mein Grafiktablett an den Computer an und zeichnete einen dieser Transportbehälter, in denen die Schriftrollen transportiert werden. Gleich daneben beschriftete ich eine kleine vorgezeichnete Rolle mit dem Text: "Hilferuf angekommen. Die Suche nach dem Erdenmann ist angelaufen. Auf welchem Wege kann er Medusa erreichen?"

Kaum hatte ich den Text geschrieben, rollte sich das Papier zusammen und verschwand im Transportbehälter. Ich kopierte ihn in den Zwischenspeicher und setzte ihn dann in meinem Bild von Medusa direkt in den Drachenturm ein. Sofort begann das Bild zu vibrieren, ein kleines dunkles Loch öffnete sich im oberen Bereich des Turms, es zischte kurz und der Transportbehälter war verschwunden. Der Zauberer Terranion hatte meine Antwort empfangen, so hoffte ich jedenfalls.


Auf der Suche

Nun begann meine Suche nach einem geeigneten Erdenmann, der bereit war, sich in dieses, vermutlich nicht ungefährliche Abenteuer, zu stürzen. Ein realer Mensch kam nicht in Frage, das war mir klar, denn hier handelte es sich offensichtlich um so viele unerklärliche und geheimnisvolle Zusammenhänge, dass auch der Erdenmann eher aus dem Land der Fantasie kommen musste. Es kam eigentlich nur ein Einziger in Frage, nämlich der Zwillingsbruder eines hinlänglich bekannten virtuellen Witzbolds und Heiligenscheinputzers, der knorrige Knurz. Ja, der wäre der richtige Mann für diese Mission und der würde jeden Blödsinn mitmachen.

Der Aufenthaltsort Knurzens war schnell ausgemacht und wie schon vermutet, war er Feuer und Flamme und konnte, nachdem ich ihm die ganze Geschichte von Medusa und Medianna erzählt hatte, gar nicht abwarten, die Reise anzutreten. Gemeinsam warteten wir auf die noch ausstehende Antwort  des Zauberers Terranion, die nun auch sehr bald eintraf.

Auf die übliche Weise erreichte wieder ein kleiner Transportbehälter meinen Schreibtisch und die darin enthaltene Schriftrolle offenbarte uns den Weg, wie der knorrige Knurz Medusa erreichen könnte.

Terranion schrieb: “Der Erdenmann begebe sich in ein kleines Inselreich, gelegen in einem Archipel von außergewöhnlicher Schönheit. Dort gibt es unter anderem eine Dracheninsel, auf der ein Jungdrache namens Donnerklops haust. Die Insel wird von einer Wölfin verwaltet, die dem Erdenmann den Weg zum Drachen zeigen wird. Sobald dem Drachen DREI MAGISCHE WORTE ins Ohr geflüstert wurden, wird er wissen, was er zu tun hat.
Mehr kann ich nicht verraten. Wir sind nicht unbeobachtet geblieben und ich muss den Drachenturm nun verlassen. Bitte beeilt euch.“

Nun war ich also schon einen Schritt weiter. Ich wusste, wie der knorrige Knurz nach Medusa kommen würde. Aber welche drei magischen Worte sollte er dem Drachen ins Ohr flüstern? Das hatte Terranion nicht geschrieben. Nachfragen konnte ich nicht, denn er war offensichtlich nicht mehr im Drachenturm.


Beginn der Reise

So musste der knorrige Knurz sich erst einmal ohne die drei magischen Worte auf die Reise begeben. Er bestieg also ein Schiff und segelte zu dem beschriebenen Inselreich im Archipel, das von außergewöhnlicher Schönheit war und suchte dort nach der Dracheninsel. Es dauerte nicht allzu lange und Knurz hatte die richtige Insel gefunden. Am Bootsanleger erwartete ihn bereits die Inselverwalterin, eine große graue Wölfin, die offensichtlich von seinem Anliegen wusste. Sie forderte ihn auf, ihr zu folgen und Knurz folgte ihr.

Die Wanderung war beschwerlich und dauerte etliche Stunden, denn es ging stetig bergauf. Endlich  erreichten beide den Höhleneingang knapp unterhalb des Bergesgipfels. Hier drehte sich die Wölfin um, schaute den knorrigen Knurz einmal kurz mitleidig an und machte sich auf den Rückweg.

Knurz war sich gar nicht mehr so sicher, ob seine Entscheidung, sich in dieses Abenteuer zu stürzen, richtig gewesen war, denn nun stand er ganz alleine vor der Höhle eines Feuer speienden Flugdrachens und die drei magischen Worte kannte er auch noch nicht.

In der Höhle bewegte sich etwas. Knurz hörte ein laut vernehmliches Mopsen und Klopsen und unmittelbar darauf glotzten ihn zwei riesige gelbe Augen aus einem noch riesigeren Drachenschädel direkt an. Knurz rutschte das Herz in die Hose und ein Kloß in den Hals.

Der Drache verzog das Maul zu einem Grinsen und meinte: „Oh, Besuch, was für eine willkommene Abwechslung.“

Knurz konnte immer noch nicht sprechen, so verblüfft und gleichzeitig eingeschüchtert war er. Noch nie hatte er einen Drachen gesehen und schon gar nicht einen sprechenden.

„Man nennt mich hier Donnerklops“ sagte der Drache, um Knurz zum Reden zu bringen „und wer bist du?“

„Knu.. Knu.. Knurz“ antwortete der knorrige Knurz kurz. „Geht’s dir nicht gut, hast du Schluckauf?“ fragte Donnerklops. „Nein, nein.“ antwortete Knurz, nun schon etwas mutiger. „Ich bin Knurz, der knorrige Knurz und ich bin gekommen, weil ich deine Hilfe brauche.“ „Meine Hilfe? In welcher Angelegenheit?“ fragte Donnerklops. Knurz nahm all seinen Mut zusammen. „Ähm, ja ich soll dir was in dein Ohr flüstern und angeblich weißt du dann was zu tun ist.“ „Oh“, antwortete der Drache, „jetzt wird’s spannend, dann flüstere mal in mein Ohr.“

Der Drache legte seinen Kopf behutsam auf die Erde, so dass Knurz in sein Ohr flüstern konnte. „Na ja“ flüsterte Knurz „ich soll dir DREI MAGISCHE WORTE sagen, aber ich weiß nicht welche.“ Donnerklops brach in schallendes Gelächter aus. „Aber knorriger Knurz, du hast sie mir doch grad eben ins Ohr geflüstert!“ „Was habe ich?“ fragte Knurz. Wieder lachte der Drache. „Die drei magischen Worte Knurz, du hast sie mir genannt. DREI MAGISCHE WORTE, das waren sie, genau diese drei.“ Jetzt erst verstand Knurz und lachte auch. Er hatte sie also die ganze Zeit gekannt, nur nicht als das erkannt, was sie waren. „Und nun?“ fragte Knurz den Drachen. „Nun fliegen wir nach Medusa“ antwortete Donnerklops. „Komm mit mir, gleich geht’s los.“

Donnerklops drehte sich um und verschwand in seiner Höhle, Knurz im Schlepptau. Das ausgedehnte Höhlensystem bestand aus vielen kleineren und größeren Kammern. Jede hatte eine andere Funktion. Der Drache bewegte sich schnell und geschmeidig vorwärts und Knurz musste zusehen, dass er ihm folgen konnte. Nach geraumer Zeit erreichten sie eine riesige Höhle, die von einem goldenen Licht erleuchtet war, das von einer wabernden, pulsierenden, undurchsichtigen Masse am Ende der Höhle kam.

„Was ist das?“ fragte Knurz voller Bewunderung. Donnerklops antwortete ehrfurchtsvoll: „Das ist ein Tor zu anderen Welten. Da hindurch müssen wir fliegen, um nach Medusa zu kommen.“


Auf nach Medusa

Die Reisevorbereitungen waren schnell getroffen. Für Knurz gab es auf Donnerklops’ Rücken eine bequeme Transportmulde, an deren Rändern sich verschiedene Hörner zum Festhalten befanden. Die Reise nach Medusa konnte beginnen.

Mit langen, raumgreifenden Schritten begann der Drache, mit Knurz auf seinem Rücken, auf das Tor der Welten zuzulaufen, dann spannte er seine Flügel auf und flog mitten hinein. Es zischte und rauschte um sie herum und sie wurden immer schneller im Sog des Wirbels, bis sie nach einiger Zeit abzubremsen schienen und mit einem PLOP wieder aus dem Sog hinausbefördert wurden. Sie landeten wiederum in einer Höhle und schauten sich zunächst um. Diese Höhle war von gigantischem Ausmaß. Sie leuchtete vom Weltentor her in einem bronzefarbenen Licht und auf der gegenüberliegenden Seite öffneten sich drei verschieden große Gänge.

Donnerklops bewegte sich in Richtung dieser Gänge. Der linke Gang war vom Durchmesser her der kleinste, grade so groß, dass der  knorrige Knurz allein bequem hindurchgepasst hätte. Über dem Durchgang stand in goldenen Lettern das Wort: Medizinien.

Der rechte Gang war viel größer, als der linke, dreimal so hoch und auch viel breiter, aber zu schmal, als dass Donnerklops hindurchgepasst hätte. Über diesem Durchgang stand in schwarzen Lettern das Wort: Perestrikon.

Der mittlere Gang war mit Abstand der größte von allen und über ihm stand in silbernen Lettern das Wort: Drakondris.

Es gab also für jedes Königreich auf Medusa einen eigenen Zugang zu dieser Höhle.

Knurz schaute zurück auf das Weltentor und entdeckte nun über ihm eine Empore, die rechts und links des Tores durch jeweils eine Steintreppe zu erreichen war. Welchem Zweck sie wohl diente?

Er wurde von Donnerklops aus seinen Gedanken gerissen: „Hier entlang.“ Der Drache setzte sich in Bewegung und folgte dem Gang, der auf das Königreich Drakondris als Zielort hinwies. Durch viele kleine Silberadern in den Wänden war der Weg durch den Berg leidlich gut beleuchtet und so kamen sie schnell voran. Nach vielen Stunden endete ihre Wanderung vor einem riesigen eisernen Tor. Es war verschlossen. Wie sollten sie nun weiterkommen? Weil zunächst keinem von beiden eine Lösung dieses Problems einfiel, beschlossen sie, sich erst einmal von der Reise auszuruhen. Vielleicht  fand sich ja später eine Lösung.


Drakondris

Donnerklops rollte sich zusammen, so gut es ging und Knurz zog es vor, in seiner sicheren Transportmulde zu bleiben. So schliefen sie tief und fest, als sie von einer donnernden Stimme schlagartig geweckt wurden. „Seid ihr lebensmüde?“

Blitzschnell sprang Donnerklops auf, um in Verteidigungsstellung zu gehen, während Knurz durch diese plötzliche Bewegung aus der Transportmulde rutschte und dem Drachen direkt zwischen die Klauen fiel. Brüllendes Gelächter begleitete diese Szenerie. Das zuvor verschlossene Tor stand nun weit offen und dahinter tummelten sich etliche Drachen, die sich vor Lachen bogen und die Bäuche hielten. Nachdem sich die Erheiterung wieder gelegt hatte, wichen die Drachen nach links und rechts zurück, um die Sicht auf ein anderes Wesen freizumachen.

Dort stand ein Mensch und er bewegte sich gemessenen Schrittes auf Donnerklops und Knurz zu. „Das also ist der Sohn unserer Prinzessin Dragonia Elsa Griseldis di Drachea von und zu Dragostea y Drakondris. So bist du also heimgekehrt ins Land Deiner Väter und hast uns den Erdenmenschen mitgebracht, der hier so dringend erwartet wird.“

„Ja, Herr Terranion“ antwortete Donnerklops „ich bin gekommen wieder gutzumachen, was durch die Schuld meiner Mutter auf Medusa geschehen ist. Dies ist der knorrige Knurz, der Erdenmensch, der sich bereit erklärt hat uns, Medianna und damit Medusa zu helfen.“

Bei dem Menschen handelte es sich also um den Zauberer Terranion. Wer auch sonst hätte es gewagt, sich mitten unter die Drachen zu begeben? Der Zauberer ging auf Knurz zu: „Sei gegrüßt auf Medusa und im Lande Drakondris, du mutiger Knurz.“ Dann richtete er seine Worte an beide: „Fürst IchKommÜberallReinWennIchNurWill vom Erzherzogtum Dragostea und Lady Azura Maronia Olivia von Knöttn-Ö-Smörrebröd  erwarten euch schon sehnlichst. Folgt mir, ich bringe euch zu ihnen.“

Donnerklops hob Knurz in seine Transportmulde und setzte sich in Bewegung. Hinter ihm wurde das eiserne Tor wieder sorgfältig verschlossen. Zwei Wachen blieben zurück, die anderen Drachen folgten Donnerklops.

Copyright Christiane Fehse

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Medusas Erben - Teil 2