Gedankenwellen - Gedankenwelten

Geschichten, die das Leben schrieb

(Aus eigener Feder)

 
 
 

Nur für mich

„Warum tust du das?“ fragt sie mich. Jedes mal fragt sie mich das und dann sagt sie noch:“ Du bist doch dumm, andere würden das für dich auch nicht tun.“

Bin ich dumm, wenn ich das Herbstlaub zusammenfege und in die Laubsäcke stopfe, auch wenn es nicht meine Woche ist, obwohl ich weiß, dass meine Nachbarn dies für mich nicht täten? Nein, das hat nichts mit Dummheit zu tun. Einer muss den Hof vom Laub befreien, die Nachbarn tun es auch dann nicht, wenn sie an der Reihe sind.

Sie fragt wieder: „Warum tust du das für die anderen?“ Tue ich das für die anderen? Nein ich tue es nicht für die anderen. Für mich tue ich es, für mich ganz allein. Was die anderen dazu sagen, ist mir gleichgültig. Was zählt, ist das Gefühl, das ich bei dieser Arbeit habe. Es ist ein gutes Gefühl, das Gefühl, etwas getan zu haben, das notwendig war, notwendig für mich. Aber das versteht sie nicht. Das nächste Mal wird sie wieder fragen:“ Warum tust du das, du bist doch gar nicht dran?“

 

C.F. 30.01.97

 
 
Kurze Flucht


Da sitzen sie beide im Kinderzimmer, der Große spielt Computer, die Kleine sieht Fern. Beide Geräte wechseln sich ab: “Bumm, grrr, krach, peng, aaahh.“ Mir reicht es, ich schließe die Tür und gehe ins Wohnzimmer. Ich setze mich auf die Couch und denke nach. –Unsere Kinder können nicht mehr spielen, schießt es mir durch den Kopf. Sie haben keine Phantasie mehr, sind nicht mehr in der Lage, ein Buch zu lesen. Sie halten diese Dauerberieselung für normal. Was täten sie wohl, wenn es einen längeren Stromausfall gäbe? Würden sie sich dann ganz verblüfft zueinander umdrehen und den anderen fragen :“ Wer bist du denn, kenn ich dich?“ Und fielen sie dann übereinander her um nachzuvollziehen, was ihnen Computer und Fernseher vorgespielt haben?
Meine Gedanken spielen verrückt. Ich zwinge mich, an etwas anderes zu denken, schließe die Augen und sehe eine endlose Graslandschaft, die sich leise im Wind wiegt. Hoch über mir ziehen Wildgänse vorüber. Ihre rauen Rufe dringen mir ans Ohr. Doch irgendetwas stört diese Idylle. Da sind noch andere Geräusche. Ich höre genauer hin und dann erkenne ich sie: „ Bumm, grrr, krach, peng, aaahh.“ Ich öffne meine Augen. Die Kinderzimmertür steht weit offen, vor mir steht die Kleine und schaut mich an, als hätte ich nicht alle beisammen. Die Wirklichkeit hat mich wieder.


C.F. 30.01.97
 
 
Von Blümchen und Steinchen

Mama geht mit Söhnchen spazieren. Söhnchen ist jetzt drei Jahre alt und pflückt liebend gerne Blümchen. Die kleine Hand umfasst schon einen gewaltigen Strauß von Gräsern, Löwenzahn, Labkraut, Schafgarbe, Margeriten und Butterblümchen, da begegnen die beiden einer Frau mit schickem Hütchen und feiner Bluse. Missbilligend schaut sie auf das Sträußchen in der Kinderhand und sagt: „ Junge, musst nicht solches Unkraut pflücken und außerdem sind die gelben Blumen giftig.“ Söhnchen schaut die Blümchen an, Mama schaut die Frau an und sagt: „ Das sind schöne Blümchen, es gibt kein Unkraut.“ Die Frau ist beleidigt und zieht ab. Söhnchen schaut Mama an. „ Sind die gelben Blümchen giftig?“ „Kann sein,“ sagt Mama „aber wir wollen sie ja nicht essen oder? Deine Blümchen sind schön, die nehmen wir alle mit und stellen sie in die Vase.“ Söhnchen ist zufrieden und pflückt fleißig weiter. Da stößt sein Fuß gegen einen Stein. Söhnchen bleibt stehen, hebt den Stein auf und ruft begeistert: „Mama, schau, ein schönes Steinchen.“ „Ja, ein schönes Steinchen,“ sagt Mama „magst du ihn mitnehmen?“ Was für eine Frage Mama. Söhnchen drückt Mama den Blumenstrauß in die Hand. Jetzt braucht er beide Hände zum Steinchen sammeln. Als sie wieder zu Hause sind, sind beide Hosentaschen voller schöner Steinchen. Im Kinderzimmer angelangt, wird die Ausbeute auf dem Tisch ausgebreitet. Mama stellt inzwischen die Blümchen in die Vase, da hört sie Söhnchen rufen: „ Mama, ich brauch eine Dose für die Steinchen.“ Mama hat eine Dose. Da waren einmal leckere Kekse drin, aber die gibt es schon lange nicht mehr. Die haben Mama und Papa und Söhnchen ganz flott verputzt. Mama gibt Söhnchen die Dose und Söhnchen wirft ein Steinchen nach dem anderen geräuschvoll hinein. Na, da hast du wohl nicht so gut nachgedacht Mama. Hättest Söhnchen besser eine gut ausgepolsterte Dose geben sollen. Zu spät, da muss Mama jetzt durch.

C.F. 01.07.01
 
 
Der Kleine Unterschied

Mama baut mit Söhnchen (3 Jahre alt) aus Bauklötzchen eine prima Kugelbahn. Kurz bevor sie fertig sind, sagt Mama: „ Ich muss mal eine Pause machen, komme gleich zurück.“ Mama steht auf und geht zur Toilette und weil sie ja hier zu Hause ist, schließt sie die Tür vom Badezimmer nicht ab. Nachdem Mama erledigt hat, was jeder auf der Toilette so zu erledigen hat, steht sie auf, um sich wieder anzuziehen, da reißt Söhnchen die Tür auf und sieht Mama mit der Hose in Höhe der Knie vor sich stehen. Wie angewurzelt bleibt Söhnchen stehen. Erstaunt und fast vorwurfsvoll ruft der Kleine: „ Mama, du hast ja gar keinen Pillemann, hast du einen Bart angeklebt?“ Ja Mama, dann erklär mal schön den kleinen Unterschied.

C. F. 01.07.01
 
 
 

Masken und Rollen

 

Warum trägst Du Masken, Mensch?

Ist Dein wahres Gesicht so hässlich?

Scheust Du den Blick in den Spiegel,

weil Du Dich dort selbst erkennst?

 

Warum schlüpfst Du in verschiedene Rollen, Mensch?

Ist Dein Selbst so langweilig, dass Du das brauchst?

Scheust Du den Blick in Dein Herz,

weil Du Dich dort selbst erkennst?

 

Nimm die Masken ab und sei Du selbst,

verlass das Rollenspiel und besinne Dich auf Dein wahres Ich,

versuche nicht, ein anderer zu sein.

 

Erst, wenn der Mensch sein Herz auf seiner Zunge trägt,

und seine Seele sich in seinen Augen widerspiegelt,

ist er authentisch.

 

© Christiane Fehse

 
 
 

Selbstgespräch

Da sitze ich hier, bin satt, habe alles, was man so hat in unseren Breitenkreisen und sollte eigentlich glücklich sein, aber in mir rumort es. Es flüstert immer wieder, das kann es doch nicht gewesen sein. Wonach suche ich? Suche ich mehr Luxus? Nein. Suche ich mehr Freundschaft? Vielleicht. Suche ich mehr Anerkennung? Sicher, wie alle, suche auch ich danach. Finde ich sie außerhalb? Nein. Warum suche ich dann außerhalb? In mir muss ich suchen, dort ist der Quell meiner Freude und Zufriedenheit. Doch der Trubel außerhalb lenkt mich zu sehr von meiner Suche ab. Meine Seele sehnt sich nach Ruhe und Abgeschiedenheit, also: ab in die Wildnis? Dort würde ich sicher schneller fündig. Nein, flüstert es in mir, nicht der Ort ist ausschlaggebend, sondern du selbst, deine Sichtweise, dein Erleben. Wo du auch bist, du findest deine innere Quelle an jedem Ort auf dieser Welt. Du musst nur loslassen, nicht mehr fordern, nicht mehr erwarten, selbst lieben, nicht geliebt werden wollen. Geben, nicht haben wollen. Das ist der Weg zum Glück. Liebe selbst, dann wirst du geliebt und vor Allem, liebe dich, sonst geht gar nichts.
Ich habe meine innere Quelle der Kraft gefunden, sie sprudelt aus einem tiefen Brunnen voller überströmenden Lichts. Ich brauche nur zu schöpfen und schon fühle ich die Wirkung, die positive Energie, die mich durchströmt. Sie kommt aus mir selbst und doch von allen Seiten. Ich schwebe im Licht und um mich herum ist Frieden und Liebe. Hier ist meine Seele glücklich. Ich bin ganz berauscht von diesem Gefühl. Nie wieder werde ich Anerkennung von außen nötig haben und alle mir zugedachten negativen Bemerkungen tropfen an mir ab, wie von einem aufgespannten Regenschirm. Ich brauche, ich will, ich werde mich nie wieder verbiegen, um irgend jemandem zu gefallen, denn ich bin ich und ich muss niemandem gefallen. So wie ich bin, bin ich ok, wie jeder ok ist, so wie er ist. Alles ist doch eins, jeder ist ein Teil vom Ganzen. Ohne die einzelnen Teile wäre das Ganze unvollständig. - Sollte es mir einmal wieder schlecht gehen, dann schöpfe ich erneut aus meinem Brunnen und erinnere mich an diese Gedanken, dann geht es mir wieder gut. So ist es richtig, flüstert meine Seele, das ist dein Weg. Geh ihn weiter. Ja, das werde ich tun.
 

©  C.F. 07.12.2001

 
 

Meine Baumeltern

Wie oft bin ich an euch vorbei gegangen, ohne euch zu beachten? Ihr standet dort nebeneinander, vielleicht 2 m Abstand zwischen euch. Zwei große alte Bäume mit Wetter gegerbter Rinde. Im Sommer spendetet ihr den Spaziergängern euren Schatten. Selten habe ich euch wirklich beachtet, bis zu dem Tag, an dem ich so verzweifelt war, dass ich Trost in der Natur suchte. Wieder einmal ging ich diesen Weg entlang, der an der Kuhwiese vorbei führt, auf der ihr steht. Es war Herbst, ihr trugt nur noch wenige Blätter, aber sie flüsterten im Wind. Ich blieb stehen, betrachtete eure wunderschöne Rinde und hörte euch zu. „Geh deinen eigenen Weg“ habt ihr geflüstert. Immer wieder: „Geh deinen eigenen Weg“. Ich sah euch genauer an. Ihr standet dort wie ein altes Ehepaar, runzlig geworden mit der Zeit, etwas gebeugt, aber standhaft und tief in der Erde verwurzelt. Güte strahltet ihr aus und uraltes Wissen. „Geh deinen eigenen Weg“ flüsterte es unentwegt zwischen euren Blättern. – Verwirrt aber weniger verzweifelt verließ ich euch. Doch eure Worte hatten sich tief in meinen Kopf eingegraben.

Heute nun, es ist bereits Winter, das neue Jahr ist noch jung, besuchte ich euch wieder. Schaute euch genau an, lächelte euch zu und erkannte, wie sehr ich euch lieb gewonnen hatte. Ihr trugt keine Blätter mehr an euren Kronen, doch der Wind zwischen euren Zweigen flüsterte erneut: „Geh deinen eigenen Weg.“ Wieder musste ich voller Liebe zu euch lächeln. Und plötzlich zeigtet ihr mir Euer Gesicht. So wunderschöne, weise, leise lächelnde Gesichter, voller Schrunden, Warzen und Falten sah ich bisher noch nie. Ich dankte euch ergriffen für euer Vertrauen, denn ich wusste, nicht jeder Mensch bekäme sie zu sehen.

Seit heute nun weiß ich, außer meinen leiblichen Eltern habe ich noch ein Elternpaar, euch, meine Baumeltern.
 

©  C.F. 06.01.2003

 
 
Der Herbst

Rauer Wind

Bunte Blätter

Bizarre Pflanzengestalten

Tiefstehende Sonne

Frische Luft

Wilde Wolken

Stürmische See

Meine Jahreszeit


©  C.F. 29.09.2003
 
 

Überlegungen zum Thema TOLERANZ - INTOLERANZ

Während der letzten Spaziergänge mit meinem Hund Finn habe ich mir einige Gedanken zum Thema TOLERANZ - INTOLERANZ gemacht. Was ist wirkliche Toleranz und ist sie immer positiv zu bewerten? Was ist wirkliche Intoleranz und ist sie immer negativ zu bewerten? Sind Menschen, die anderen Intoleranz vorwerfen selbst tolerant? Sind sie nicht, indem sie ihnen Intoleranz vorwerfen selbst intolerant, weil sie die Intoleranz des anderen nicht tolerieren können? Ist also nicht nur der Mensch wirklich tolerant, der auch Intoleranz tolerieren kann? Und wie weit geht Toleranz? Es wird erwartet, andere Menschen so zu tolerieren, wie sie sind. In diesem Fall ist das Wort TOLERANZ positiv besetzt. Muss diese Toleranz soweit gehen, dass auch jede Handlung des anderen Menschen toleriert wird, selbst, wenn er damit Schaden an Leib und Leben weiterer Menschen oder auch von Tieren anrichtet? Ist diese Art von Toleranz nicht eher negativ? Wäre hier nicht Intoleranz im positiven Sinne angebracht? Oder gibt es im Grunde gar nicht das, was wir Toleranz und Intoleranz nennen, getrennt voneinander? Sind die Grenzen nicht vielmehr fließend? Braucht nicht jeder Mensch beides, um seinen Standpunkt festlegen zu können? Hier Toleranz, da Intoleranz. Beides ist notwendig. Wieder einmal der goldene Mittelweg. Hören wir auf die TOLERANZ als ausschließlich positiv zu betrachten und hören wir auf, die INTOLERANZ als ausschließlich negativ zu betrachten. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

Was habe ich persönlich jetzt aus diesen Überlegungen gelernt? Ich werde mich nicht mehr geschmeichelt fühlen, wenn mich jemand tolerant nennt und ich werde mich nicht mehr angegriffen fühlen, wenn mich jemand intolerant nennt.
 

© C.F. 17.03.2004

 
 

Gute Mutter

Deine Liebe zu Deinen Kindern muss unendlich sein, doch wie danken wir sie Dir?
Wir treten Dich mit Füßen, fügen Dir tiefe Wunden zu, beuten Dich aus.
Wir zerstören Deine wunderbare Natur und nehmen uns alles,
was wir zu brauchen glauben ohne ein einziges Dankeschön.
Wir töten Deine Geschöpfe, um sie zu essen und uns mit ihren Häuten zu kleiden.
Wir verpesten die Luft, die alle Geschöpfe zum Leben brauchen.
Wir verschmutzen die Flüsse, Seen und Ozeane.
Wir werfen unseren Abfall auf Dich und schätzen Dich gering,
dabei bist Du es doch, aus deren Schoß wir gekommen sind.
Du gibst uns immer wieder die Früchte Deines Seins.
Du schenkst uns immer wieder den notwendigen Regen.
Du ziehst unablässig Deine Bahn durch das dunkle All.
Wir kriechen auf Dir herum wie Ameisen und haben nichts anderes als Zerstörung im Sinn.
Selbst vor unseren eigenen Brüdern und Schwestern macht unsere Zerstörungswut nicht halt.
Wir töten, in der Annahme jeden töten zu dürfen, der anders denkt und handelt als wir.
Und wenn wir nicht physisch töten können, so töten wir psychisch, mit Worten,
die schärfer sind als ein Schwert.
Gute Mutter, wie kannst Du das alles ertragen?
Wir haben drei der vier Elemente zugrunde gerichtet; Wasser, Luft und Erde siechen dahin.
Allein das Feuer konnten wir noch nicht verschmutzen.
Ist es das Feuer, das Dich dies alles ertragen lässt? Das Feuer der Liebe?

Deine Liebe zu Deinen Kindern muss unendlich sein und dafür danken wir Dir, gute Mutter ERDE.

 

©  C.F.19.11.2004

 
 

Richtiger Weg? – Falscher Weg?
Mein Weg!

 

Vor etlichen Jahren las ich in der Tageszeitung das folgende Sprichwort aus China:

Ich bin diesen Weg gegangen,
ich bin jenen Weg gegangen,
dann bin ich meinen Weg gegangen.

Heute nun ist mir die Tragweite dieses Sprichwortes erst so richtig bewusst geworden.

Während eines Spazierganges mit meinem Hund kreisten meine Gedanken wieder einmal darum, ob ich wohl den richtigen Weg für mich gewählt habe oder ob ich nicht vielleicht besser einen anderen Weg gehen sollte. Ich fragte mich, wie abhängig ich von dem Wohlwollen und der Anerkennung anderer Menschen bin und ob ich nicht viele Dinge tue, um ihnen zu gefallen.

Ist es nicht so, dass ich oft Dinge getan habe, nur um von den Menschen, die das für richtig hielten keine Kritik zu ernten? Habe ich dadurch nicht mich selbst verraten?

Immer wieder habe ich den Spagat versucht, es allen Recht zu machen und bin daran schier verzweifelt, weil es nicht möglich ist, es allen Recht zu machen. Nur mir selbst habe ich es nicht Recht zu machen versucht.

So bin ich im wahrsten Sinne des Wortes mal diesen Weg und mal jenen Weg gegangen, nur selten meinen Weg.

Wer entscheidet eigentlich, welcher Weg der richtige Weg ist und welcher der falsche? Hat nicht jeder seine eigenen Vorstellungen von richtig und falsch? Ist der Bogen zwischen richtig und falsch nicht weit gespannt? Was für den Einen richtig ist, ist für den Anderen falsch.

Tue ich also etwas, was der Eine für richtig hält, so wird dieser mit mir zufrieden sein, aber der Andere, der das von mir Getane für falsch hält, wird mich kritisieren. Umgekehrt übrigens genauso. Was lerne ich daraus? Es ist egal, was ich tue, es wird immer Menschen geben, die das gut finden und solche, die das schlecht finden. Was schließe ich daraus? Gehe Deinen eigenen Weg. Das habe ich doch schon einmal irgendwo gehört. Ja, meine Baumeltern flüsterten mir diesen Satz immer wieder zu. Warum hat es eigentlich so lange gedauert, bis ich das verstanden habe?

„Meinen eigenen Weg gehen“ genau, das ist es. Sich unabhängig machen von Lob und Tadel der anderen Menschen.

Niemand kennt den einen richtigen Weg. Jeder kann nur seinen eigenen Weg gehen und die Wege gleichen sich in den seltensten Fällen.

Ein Leben lang habe ich mich beeinflussen lassen und immer wieder auf sog. Experten gehört oder auf Menschen, die meinten, der Weisheit letzten Schluss zu kennen. Damit ist jetzt Schluss. Von nun an gehe ich nur noch „Meinen Weg“. Und es wird wahrlich nur „MEIN WEG“ sein. Er hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, denn er ist nur für mich da. Niemand soll ihn übernehmen, niemandem werde ich ihn als richtigen Weg aufzudrängen versuchen, aber ebenso werde ich mir nicht mehr Abzweigungen aufdrängen lassen, die mich wieder von meinem eigenen Weg abbringen.

Jeder hat die Möglichkeit sich seinen eigenen Weg im Gewirr der Angebote zu suchen.

VON NUN AN GIBT ES NUR NOCH EINEN WEG FÜR MICH, UND ZWAR MEINEN WEG.

© C.F. 21. 05. 2007

 
 

Gedanken zum Thema Ehrlichkeit und Lüge

Beim heutigen Spaziergang mit meinem Hund kreisten meine Gedanken um das Thema Ehrlichkeit und Lüge. Mir wurde schmerzlich bewusst, dass die Menschen lieber belogen werden wollen, als Ehrlichkeit ertragen zu können, dass sie es vorziehen, auf ihre Fragen eine höfliche, aber evtl. gelogene Antwort zu bekommen, als eine ehrliche Antwort, die hilfreich sein könnte.

Wer offen und ehrlich ist, wird gnadenlos aussortiert und aus der Gemeinschaft geworfen. Wer Masken trägt und somit gut lügen kann, gehört dazu und bestimmt sogar mit, wo es in Zukunft lang gehen wird.

Weiterhin wird Ehrlichkeit oft zum Nachteil des Ehrlichen ihm gegenüber verwandt. Zuviel Ehrlichkeit wird als Dummheit ausgelegt, weil man dadurch angreifbar wird. Andererseits wird häufig verlangt, dass die Wahrheit gesagt wird, aber welche Wahrheit ist damit gemeint? Die Wahrheit dessen, der sie erwartet? Die Wahrheit dessen, von dem sie erwartet wird? Oder gar nur die Wahrheit, die niemandem zum Nachteil gereicht?

Da wird dann gefordert, sag die Wahrheit, sei ehrlich. Und ist man es dann, heißt es, man sei gnadenlos, rücksichtslos und dergleichen. Ja, was will der Mensch denn hören, der Ehrlichkeit einfordert? Schöngeredete Ehrlichkeit? Ist die nicht auch schon wieder gelogen?

Sollte man nicht eigentlich, wenn man um seine Meinung gebeten wird zunächst einmal nachfragen, ob man eine höfliche oder eine ehrliche Antwort geben soll? Die meisten Menschen ziehen die höfliche, aber oft gelogene Antwort der ehrlichen vor.

Es gibt da ein Chinesisches Sprichwort, das bringt es auf den Punkt:

Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Worte sind nicht schön.

Wer sich der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit verschrieben hat, muss sich damit abfinden, ein Einzelgänger zu sein, denn er wird nie zur Masse dazu gehören.
Wer zur Masse dazu gehören will, sollte sich im Lügen üben. Der Mensch will belogen werden, weil er die Ehrlichkeit nicht ertragen kann.

 

© C.F. 12. 09. 2007

 
 

Für Freunde von Fantasy-Geschichten gibt es hier eine kleine Überraschung.

Bitte den folgenden Link anklicken.

Medusas Erben

 

Bilder einer Ausstellung - Raum I - Aus dem Rahmen gefallen

Bilder einer Ausstellung - Raum II - Licht in der Dunkelheit

Bilder einer Ausstellung - Raum III -  Auf Schatzsuche

Bilder einer Ausstellung - Raum IV - Drehende Kugeln